The Trip

Skills: Konzerte & Theater
Client: Theater Osnabrück

Ramie ist in Sicherheit und genau das ist sein Problem. In Syrien, seiner Heimat, hat er alles verloren, was ihm wichtig war – vor allem seine Freunde, denen ihr absoluter Wille zur Freiheit das Leben kostete. Doch ihre Stimmen verstummen nicht. In Ramies Kopf werden sie laut, erzählen ihre Geschichten und lassen ihn nicht zur Ruhe kommen. Ihre ständige Präsenz drängt sich mit einer großen Frage in seine Gedanken: Was macht ihn besonders und rechtfertigt sein Überleben? Scham und Schuldbewusstsein treiben ihn zusehends in die Enge, machen ihm ein Ankommen in der Fremde unmöglich. Schließlich muss sich Ramie entscheiden, wer in seinem Kopf das letzte Wort hat … Aus dem Arabischen Frühling und seinen friedlichen Protesten hat sich der Konflikt in Syrien zu einem brutalen Bürgerkrieg mit zehntausenden Toten und Millionen Menschen auf der Flucht entwickelt. THE TRIP fragt nach dem Preis, den das Überleben kostet und formuliert gleichzeitig eine poetische Anklage gegen den blinden Totalitarismus des Assad-Regimes. Thematisiert wird die Flucht ins fremde Anderswo, das den Verlust der eigenen Identität provoziert. Das Stück erzählt das Neu-Anfangen in seiner ganzen Ambivalenz und als Geschichte, die den Blick zurück nicht kennt.

Anis Hamdoun kommt aus Homs/Syrien und wurde dort zum Schauspieler und Regisseur ausgebildet. Er wirkte an zahlreichen Produktionen mit, organisierte Theaterfestivals und engagierte sich politisch als Journalist bei der Zeitung „Syria wants Freedom Journal“. In Osnabrück inszeniert er für die freie englischsprachige Theatergruppe „Ostensibles“ und arbeitete im Rahmen von Spieltriebe 6 erstmals für das Theater Osnabrück.

Anis Hamdouns Inszenierung von The Trip gewann 2015 das virtuelle Theatertreffen auf nachtkritik.de und war 2016 als Gastspiel auf dem F.I.N.D. – Festival für Neue Dramatik an der Schaubühne Berlin zu sehen. Zudem gab es 2015 eine szenische Lesung am Staatstheater Karlsruhe sowie 2016 eine weitere szenische Lesung im Rahmen des Welcome Cafés an den Münchner Kammerspielen. Im Juni 2016 folgte ein Gastspiel am Schauspiel Frankfurt.